Noch nie war es so einfach, Neues zu lernen. Für nahezu jedes Thema gibt es Online-Kurse, Webinare oder Workshops.
Besonders im Bereich Künstliche Intelligenz vergeht kaum ein Tag, ohne dass ein neues Training oder eine neue Zertifizierung angeboten wird.Dabei stelle ich mir immer häufiger eine einfache Frage: Lernen wir inzwischen mehr, als wir tatsächlich anwenden können?
Bevor ich mich für ein neues Training oder einen Workshop anmelde, frage ich mich inzwischen ganz bewusst: Was bringt mir das konkret? Hilft es mir bei meinen täglichen Aufgaben? Kann ich das Gelernte in meinem aktuellen Projekt einsetzen? Oder ist es einfach nur ein weiteres Zertifikat in meiner Sammlung?
Mir ist dabei aufgefallen, dass ich am meisten aus den Themen gelernt habe, die ich direkt in der Praxis anwenden konnte. Erst wenn man etwas ausprobiert, Fehler macht und Erfahrungen sammelt, wird aus Wissen echte Kompetenz.
In diesem Zusammenhang muss ich oft an ein Zitat denken, das ich vor Jahren gelesen habe. Ein weiser Mensch sagte sinngemäß, wir sollten uns „leeren“, bevor wir sterben. Gemeint war damit, dass wir das Wissen und die Erfahrungen, die wir im Laufe unseres Lebens sammeln, nicht für uns behalten, sondern an andere weitergeben sollten. Denn erst dadurch kann auch die nächste Generation davon profitieren.
Deshalb glaube ich, dass Lernen nur die eine Hälfte ist. Die andere Hälfte besteht darin, das Gelernte anzuwenden, Erfahrungen zu sammeln und dieses Wissen mit anderen zu teilen. Erst dann entfaltet Lernen seinen eigentlichen Wert. Oder?
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen